Pädagogik und Didaktik
KI-Kompetenzen bei Lehrkräften und Lernenden.
Worum es geht
Technologie ist Werkzeug für den Bildungsprozess und zugleich Inhalt, eine Kulturtechnik. Sonst bereitet Schule auf eine Welt vor, die es so nicht mehr gibt.
KI ändert Lehren und Lernen an sich. Digitalisiert ist, wenn Lehrkräfte Material mit KI erstellen und Lernende Aufgaben mit KI lösen. Dann fragt sich: Wo lernt in diesem Kreislauf noch jemand? Transformiert ist, wenn KI den Lernprozess begleitet und Lernende befähigt werden, KI selbst zu nutzen. Zum Beispiel lässt sich eine Schülerin von der KI Übungsaufgaben zu dem bauen, woran sie gerade hängt. Die Lehrkraft gibt das Ziel vor und begleitet den Weg. Schulen brauchen dafür KI-Kompetenzen bei Lehrkräften und Lernenden und Aufgaben, die sich ändern dürfen.
Was ich anbiete
Leitend ist für mich AI Leadership, ein Begriff des VK:KIWA um Doris Weßels: Die Entscheidungen bleiben beim Menschen, der Mensch führt die KI. Ich arbeite dafür mit vier Stufen, für Lehrkräfte und Lernende dieselben: verstehen, anwenden, reflektieren und mitgestalten.
Für Lehrkräfte geht es zu weniger Materialerstellung, hin zur Lernbegleitung. Wenn KI einen Teil der Materialerstellung übernimmt, gewinnen Lehrkräfte Zeit für das, was keine Maschine kann: Lernende begleiten. Die Zeit wird nur frei, wenn die Schule sie auch frei hält.
Vortrag
In einem Impuls gehe ich den Lernkreislauf Schritt für Schritt durch und frage jedes Mal: Wo entscheidet hier ein Mensch?
Workshop oder Fortbildungstag
Lehrkräfte arbeiten an ihren eigenen Aufgaben. Ein Beispiel: „Fassen Sie die Ursachen der Französischen Revolution zusammen“ erledigt eine KI in Sekunden. Anders sieht es hier aus: „Lassen Sie sich von der KI drei Ursachen nennen. Prüfen Sie zwei davon an der Quelle. Welche hält nicht? Begründen Sie.“ Die KI ist Teil der Aufgabe, und was bewertet wird, kann sie nicht liefern.
Begleitung
Ich begleite Schulen dabei, Leitlinien für KI im Unterricht zu schreiben. Gern spreche ich mit Ihnen auch über Ideen, die weiter reichen, etwa ein lebendes Zeugnis: ein Kompetenzprofil, das mit jeder Schülerin und jedem Schüler wächst, mit Belegen und Widerspruchsrecht. Daraus darf nie eine Note werden.
Wenn Sie etwas planen, schreiben Sie mir über das Formular. Formate und Honorare stehen bei Julian Fischer.
Aus der Praxis
An der Bertha-von-Suttner-Schule haben wir das KI-Konzept gemeinsam mit Kollegium und Schulgemeinde entwickelt, unter anderem in Kollegialen Lernwochen 2025. Zum Konzept gehören fünf Leitlinien:
- KI-Einsatz wird benannt.
- Vor der Förderung steht die Diagnose.
- Auf die Frage nach der Lösung folgt eine Frage zum nächsten Schritt.
- Der Lernweg wird dokumentiert.
- Was gespeichert wird, ist einsehbar und löschbar.
Unser KI-Agent bertha.KI arbeitet mit Lernenden bisher in einem Pilot, als Lernbegleiter in Moodle. Fragt ein Kind „Wie geht das?“, bekommt es zurück: „Was hast du schon versucht?“ Diese Regel lässt sich im Chat nicht abschalten. Kinder mögen das anfangs nicht.
Entlastung bringt auch die Wiederverwendung: Ein Moodle-Kurs, der einmal gebaut ist, lässt sich für die nächste Lerngruppe übernehmen.
Das lebende Zeugnis pilotieren wir gerade, mit Löschfristen und mit Einsicht für die Lernenden. Gelernt haben wir dabei: Lernsignale entstehen dort, wo gelernt wird, im Kursraum und in der Aufgabe. Wir hatten den Speicher gebaut, bevor der Weg dorthin existierte.